Bericht Klassenfahrt IM1 29. und 30. November 2006 nach Hamburg
Wir sind 29 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe im Ausbildungsberuf Industriekauffrau/Industriekaufmann und haben uns gemeinsam mit unserem neuen Klassenlehrer Herr Meinhövel dazu entschlossen, eine Klassenfahrt zu machen. Es wurde abgestimmt: Hamburg war das Ziel, als drittgrößter Binnenhafen der Welt sehr interessant. Aus industrieller Sicht war für uns Hamburg aber nicht nur wegen des regen Importes und Exportes, den wir am Hafen mitverfolgen konnten, etwas Besonderes, sondern wir wollten und konnten dort auch bei der Besichtigung der Holsten-Brauerei vieles Neues kennen lernen. Hierzu gehörte ein Einblick in deren großes Auftragsspektrum national wie international, die Rohstoffanlieferung, die Produktion in Form der sonst nur selten zu besichtigenden Chargenfertigung sowie des Vertriebs, was uns in einem sehr informativen Rundgang näher gebracht wurde.
Abfahrtszeitpunkt war am Mittwochmorgen um 6.00 Uhr an der Grimmstraße. Im Gegensatz zum Schulunterricht waren diesmal alle pünktlich (sogar Daria, Saskia und Ibo, die als Erste auftauchten). Alle hatten gute Laune, Raphael die Beste. Ich sehe ihn heute übrigens mit anderen Augen als zuvor, das gilt übrigens genauso für einen großen Teil der restlichen Klasse. Die Fahrt nach Hamburg verlief im Reisebus angenehm: viele Straßen gesehen, öfter mal Raphaels ach so schöne Stimme gehört, wie gesagt angenehm. Die Busfahrerin war sehr zuvorkommend und legte dreimal 5-10-minütige Pausen für die Nikotin-Süchtigen und Unsüchtigen ein.
Unser Aufenthalt in Hamburg begann an den Landungsbrücken mit einer Stadtrundfahrt mit unserem netten Reiseleiter (B)Jörn „ohne B“. Hier haben wir unter anderem den Fischmarkt und die Speicherstadt kennen und schätzen gelernt. Nachdem Jöaarn uns auch gezeigt hat, wo wir zur späten Stunde noch so richtig Party machen könnten, waren wir für den bevorstehenden Abend gut gerüstet.
Nach dem kurzen, aber begeisternden Eindruck bei einem kurzen Aufenthalt in unserem Hotel (Commodore) begann der nächste Programmpunkt: Nun hieß es „Schiff Ahoi!“
Die Hafenrundfahrt mit Kapitän ... (hieß er jetzt eigentlich Blaubär oder nicht?) war sehr informativ: Er erzählte und erzählte ... und erzählte ... Kurz darauf waren wir sehr schockiert, da wir dachten, dass unser Klassenlehrer sich über Bord werfen wollte ... Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass er nur ein paar nette Fotos vom Hafen knipsen wollte.
Nach der Hafenrundfahrt machten sich die meisten von uns auf den Weg in die Speicherstadt, speziell zum Hamburg Dungeon. Dort bekommt man (für einen nicht ganz günstigen Preis) eine gruselige interaktive Führung durch die dunkle Geschichte Hamburgs. Erschreckend geschminkte und verkleidete Schauspieler erzählen etwas über die Pest, den großen Brand von 1842, Störtebeker und die Inquisition. Integriert sind nicht nur eine leider ausgeschaltete Wasserbahn und ein Spiegelkabinett, sondern hier werden auch ahnungslose Lehrer der IM1 von der Inquisition zur Kastration verurteilt. Der Verurteilte kam gegen ein Versprechen, immer nett und fair seinen Schülern gegenüber zu sein, mit sämtlichen Körperteilen und nur mit einem kleinen Schrecken gesund aus dem Verlies.
Wer nach Hamburg fährt, muss natürlich beim Italiener eine richtig nordische Pizza und die berühmten Nudeln probieren. Den Bauch vollgehauen, wehte uns der Wind direkt zum Weihnachtsmarkt mit seinen Glühweinständen. Ibo und Raphael versuchten vielleicht deshalb ihr Glück unter einem Mistelzweig. Und da kamen sie auch schon: zwei erfahrene junge Frauen schmissen sich schon auf die beiden Latinboys. Beide nicht ganz glücklich über den Treffer der Damen, bemerkten (mal mehr, mal weniger), dass die wahre Liebe doch nur unter Männern existiert!
Über den weiteren Verlauf des Abends decken wir lieber den Mantel des Schweigens, höchstens ist zu sagen, dass wir zur Zeit des „Doms“ in Hamburg waren, einer dreimal jährlich einen ganzen Monat lang andauernden Kirmes gleich neben dem Millerntor-Stadion vom FC St. Pauli.
Am nächsten Morgen genossen jedenfalls alle das Frühstück im Hotel und nutzten die anschließende Zeit zur freien Verfügung auf der Haupteinkaufsstraße, der Mönckebergstraße, bei frischer Luft zum Shopping. Um 13 Uhr begann unsere Führung durch die Holsten-Brauerei: Erst wurde in einem Film dargestellt, was alles zu Holsten gehört (und wem Holsten mittlerweile gehört). Danach konnten wir gerade angelieferte gemalzte Gerste probieren (Gregor gleich eine ganze Handvoll) und betrachteten die blank geputzten Kessel: erst den Läuterbottich, dann die Würzepfanne. Anschließend konnten wir die Gär- und Lagertanks samt der dort verlaufenden Rohre besichtigen, bevor es zur – leider nicht mehr auf Hochtouren laufenden – Flaschenabfüllung ging. Dabei wurden uns von der sehr kompetenten Führerin eine Reihe sehr interessanter Informationen zur Bierherstellung, Abfüllung und Vermarktung vermittelt. Ein Besuch der Braustube bei einer Brezel und der Möglichkeit zum Test der hier hergestellten Produkte war der schöne Ausklang eines sehr angenehmen Aufenthaltes in Hamburg.
Text: S. Aydin, D. Kalinasch, I. Karka, H. Meinhövel





























